Musiker-Gage: Was ist fair und wie verhandelst du?
Das Thema Gage ist für viele Musiker unangenehm. Zu wenig fordern wirkt unprofessionell gegenüber sich selbst, zu viel verlangen schreckt Veranstalter ab. Dabei gibt es klare Orientierungspunkte – und eine gute Verhandlungsstrategie macht den Unterschied.
Was ist eine faire Gage für Musiker?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten, aber es gibt Richtwerte. Entscheidend sind:
- Erfahrung und Bekanntheit: Ein Nachwuchsmusiker bekommt weniger als eine etablierte Band mit eigenem Publikum.
- Aufwand: Wie lange dauert die Vorbereitung? Wie lange die Anreise? Wie groß ist die Besetzung?
- Veranstaltungstyp: Hochzeit, Firmenfeier, Club-Gig, Festival oder Open-Air haben unterschiedliche Budgets.
- Ort: Gagen in Großstädten liegen tendenziell höher als auf dem Land.
Grobe Orientierungswerte
- Solo-Musiker, kleinere Veranstaltung: 150–400 Euro
- Duo oder Trio, mittlere Veranstaltung: 400–1.000 Euro
- Vollbesetzte Band, Hochzeit oder Firmenfeier: 1.500–5.000+ Euro
Das sind Bruttobeträge. Fahrtkosten, Aufbauzeit und PA-Miete werden oft separat verhandelt.
Wie berechnest du deine Gage?
Eine einfache Methode: Addiere alle Kosten und multipliziere sie mit einem realistischen Stundenlohn.
Beispielrechnung für einen Solo-Gig:
- Probenzeit: 5 Stunden × 30 € = 150 €
- Fahrtzeit und Fahrtkosten: 50 €
- Aufbau und Abbau: 2 Stunden × 30 € = 60 €
- Auftrittsdauer: 2 Stunden × 50 € = 100 €
- Gesamt: ca. 360 €
Dieser Betrag ist ein guter Ausgangspunkt für die Verhandlung.
Wie verhandelst du souverän?
Nenne einen konkreten Preis
Nenne zuerst einen konkreten Betrag, statt zu fragen „was bieten Sie?". Wer fragt, übernimmt die schlechtere Verhandlungsposition. Sag: „Für diesen Auftritt berechne ich 400 Euro zzgl. Fahrtkosten."
Begründe, was du leistest
Erkläre kurz, was im Preis enthalten ist: Probeaufwand, Repertoire, Equipment, Anfahrt. Das zeigt Professionalität und rechtfertigt den Preis.
Kenne deine Untergrenze
Entscheide vorher, unter welche Grenze du nicht gehst. Wenn das Angebot darunterliegt, sage klar: „Das deckt meine Kosten leider nicht. Ich kann für X anbieten." – und bleib dabei.
Nicht für Erfahrung spielen
Der Satz „Wir haben kein Budget, aber du sammelst Erfahrung" ist eine rote Flagge. Wer von Musikern erwartet, umsonst zu spielen, respektiert ihre Arbeit nicht.
Was gehört in eine Gage-Vereinbarung?
- Datum, Uhrzeit, Ort und Dauer des Auftritts
- Vereinbarte Gage (Brutto, inkl./exkl. Fahrtkosten)
- Zahlungsmodalität (bar, Überweisung, wann?)
- Was der Auftraggeber stellt (PA, Licht, Verpflegung)
- Stornierungsbedingungen
Auch für kleinere Gigs lohnt sich eine schriftliche Bestätigung per E-Mail – das schützt beide Seiten.
Auf Musikersuche.org findest du Musiker und Bands für deine Veranstaltung oder kannst dich selbst als Musiker für Buchungen anbieten.
FAQ: Musikergage
Was ist eine normale Gage für einen Gig? Das hängt stark von Typ und Größe der Veranstaltung ab. Solo-Musiker bei kleineren Events rechnen mit 150–400 Euro, Bands bei Hochzeiten oder Firmenfeiern mit 1.500 Euro und mehr.
Darf ich als Hobby-Musiker Geld verlangen? Ja, absolut. Selbst wenn Musik nur dein Hobby ist, entstehen dir Kosten und Aufwand. Es ist völlig legitim, eine faire Gage zu verlangen.
Was mache ich, wenn ein Veranstalter zu wenig bietet? Erkläre deinen Aufwand sachlich und nenne deinen Preis. Wenn keine Einigung möglich ist, sag höflich ab. Unprofitable Gigs kosten mehr als sie bringen.
Muss ich eine Rechnung ausstellen? Wenn du regelmäßig Gagen erhältst, bist du steuerrechtlich verpflichtet, das zu deklarieren. Bei gelegentlichen Auftritten gelten Freibeträge – im Zweifel beim Steuerberater nachfragen.